Gottesbeweise mit einem klassisch logischen Fehlschluss

Was versuchen Gottesbeweise eigentlich zu beweisen?

Es wird versucht zu beweisen, dass etwas das nicht da ist, doch da ist.
Wenn Gott nicht da ist, so ist es eine Unmöglichkeit es beweisen zu wollen. Ist er da, so ist es eine Torheit es beweisen zu wollen. Entweder gibt es Gott nicht, dann kann es auch keinen Beweis dafür geben. Wenn Gott da ist, könnte man höchstens beweisen, was dasjenige was da ist, eigentlich ist. Das es ist, kann prinzipiell nicht bewiesen werden.
Gottesbeweise sind meist prinzipiell falsch angelegt. Gerichte beweisen ja auch nicht, dass ein Verbrecher da ist, sondern dass der Angeklagte (der ja da ist) ein Verbrecher ist.

Auch das ‚Intelligent Design‘ schafft hier leider keinen Ausweg. Die Frage ist, ob man aus den Taten, Rückschlüsse über das Dasein Gottes ziehen kann. Da die Taten Gottes unmittelbar nicht existieren, kann man aus ihnen die Existenz Gottes nicht beweisen.
Solche Gedankenfiguren begehen immer den Fehlschluss, dass die Göttlichkeit (aus der dann die Existenz Gottes deduziert wird), in die Dinge hineininterpretiert wird, obwohl es gar keinen Hinweis darauf (an den Dingen selbst) gibt.
Woher sollte man wissen dass das Universum intelligent gestaltet ist? Dies scheint eher eine willkürliche Annahme zu sein. Man müsste dann auch angeben können wie ein nicht intelligentes Universum aussehen würde.

Die Weisheit in der Natur, ist in der Welt einfach nicht auszumachen. Man muss sie voraussetzen, um sie dann daraus deduzieren zu können. Ein klassischer logischer Fehlschluss!

 

Steigerung der Sicherheit durch Videoüberwachung

Die Steigerung der Sicherheit zur Verhinderung von Verbrechen durch Videokameras hat zwar einen unmittelbaren aber keinen nachhaltigen Effekt. Videokameras an jeder Straßenecke, vernetzte Datenbanken und Drohnen, die Demonstranten bei Großereignissen aus der Luft verfolgen – moderne Technologien sollen Gefahren schon im Voraus erkennen, um so die Welt sicherer machen. Das ist ein teurer und hoffnungsloser Ansatz.
Großbritannien gilt als das Land mit den weltweit meisten Überwachungskameras. Über eine Million Videokameras gibt es dort im Einsatz, allein in London befinden sich über 10.000 Kameras. Doch auch dort ist die Aufklärungsrate von Verbrechen laut diversen britischen Polizeiberichten nicht gestiegen. Die Aufklärungsrate für Verbrechen in Stadtteilen mit den meisten Überwachungskameras liegt sogar unter dem Durchschnitt.
Eine „Echtzeitüberwachung“ ist bei diesen Größenordnungen nicht möglich. Und hier kann man nur sagen: Glücklicherweise. Denn eine derartige Echtzeitüberwachung würde praktisch jeden einzelnen Bürger unter Generalverdacht stellen – und im Ernstfall auch nicht bei der Verhinderung eines Verbrechens nützen.

Der einzige Ausweg wäre die Auswertung von automatischen Systemen vornehmen zu lassen. Doch genau hier beginnt ein äußerst heikler Bereich: Wie kann eine Maschine erkennen, welches Verhalten als „abnormal“ bezeichnet werden kann und welches der „Normalität“ entspricht. Wie kann eine Maschine zwischen einem zur Weihnachtszeit vom Punschtrinken am Christkindlmarkt bedienten, in der U-Bahn herumtorkelnden Menschen von einem Sextäter oder Smartphone-Räuber unterscheiden? Das ist derzeit nicht möglich – und wäre auch äußerst gefährlich. Ein Computer registriert das Gesicht eines „Verdächtigen“ und grast dann automatisch das Bilderpool der Polizei sowie soziale Netzwerke oder das World Wide Web ab, um weitere Informationen zu einem zu sammeln und Personen würden vielleicht völlig unbegründet in alltäglichen Situationen ins Visier kommen.
Durch diese Entwicklung kann die Sicherheit nicht erhöht werden. Was sich aber definitiv ändert sind die Grenzen in unserem Kopf die uns mental beeinflussen. Noch vor einigen Jahrzenten waren die Grenzen um uns herum deutlich sichtbar als Hindernisse der Freiheit zu erkennen. Durch die technologische Entwicklung wandern die Grenzen in unsere Köpfe und gewinnen immer stärkeren Einfluss auf unsere alltäglichen Handlungen. Steigerung der Sicherheit durch Videoüberwachung weiterlesen

In bestimmten Situationen ist es klüger keine Antworten zu geben

Keine Antworten zu geben ist in bestimmten Situationen weitaus klüger als immer gleich alles bis ins letzte Detail zu erklären. Wenn ich im Unterricht gefragt werde, wie man dies oder jenes macht, gebe ich oft aus gutem Grund keine direkte Antwort. Es geht nicht darum mein erworbenes Wissen nicht weitergeben zu wollen …. ganz im Gegenteil. Wissen sollte niemandem gehören, es sollte verteilt genutzt, oder besser noch, entdeckt werden.
Ein großer Teil des Lehrkörpers ist fest davon überzeugt, dass es eindeutige Antworten gibt in deren Besitz sie sind. Diese Lehrerinnen und Lehrer spielen eine Art Spiel, in dem sie die Schülerinnen und Schüler dazu auffordern, die Antwort in ihrem Kopf zu erraten. Es wäre wohl besser dieses Spiel umzukehren.

Dinge für sich selbst herauszufinden hat einen hohen Wert. Selbst zu Überlegen ist die beste Art zu lernen. Aber es ist schmerzhaft und eine Menge Arbeit – die lange Ungewissheit ist unbequem.
Ziel der ganzen Unternehmung ist erkennen zu können, wann eine Regel nur eine Konvention entwickelt aus Bequemlichkeit, oder ein allgemeines Gesetz ist. Die grundlegenden Annahmen die hinter allem liegen an das wir glauben, müssen hinterfragbar bleiben. Das Erlernen von regelbasierten Lösungen, ohne sie zu verstehen, ist unvollständiges lernen.
Wissen ist die verstehende Aneignung eines Zusammenhangs, eine Vertrautheit mit Fakten und Formeln und lässt sich nur in der eigenen Auseinandersetzung aneignen. Verstehen ist die Fähigkeit die Prinzipien des Wissens an neue Gegebenheiten anpassen zu können. Lernen ist ein Prozess in dem vorgefertigte Antworten für die gestellten Aufgaben unzureichend und Lösungen vorübergehend immer unsicher sind.

Wenn man an einem Problem arbeitet agiert man ungeschickt, zögerlich oder blindlings und ohne das vollständige Ergebnis antizipieren zu können.
Studentinnen und Studenten sollten „trainiert“ werden die Regeln und Sprache ihrer Disziplin zu erlernen. Wesentlich wichtiger ist aber, dass sie ermutigt werden, trotz der Tatsache nicht alle Antworten leicht finden zu können, nicht aufzugeben.

  • Sie lernen, dass die erste Antwort vielleicht nicht die Beste ist.
  • Sie lernen, wie die vorangegangene Antwort ihnen dabei helfen kann, den Gedanken weiterzuentwickeln aber trotzdem nicht zur nächsten Antwort zu kommen.
  • Sie lernen, dass es mehr als eine Art der Verfahrensweise oder einen Weg gibt Dinge zu interpretieren.
  • Sie lernen, wie Wissen und Können Mittel und Beginn, aber kein Ende sein kann.
  • Sie lernen, wie man mit Unsicherheit umgeht um trotzdem zu Ergebnissen, die nicht vorgegeben sind, zu kommen.
  • Sie lernen, dass man für die wichtigen Dinge auch Risiken eingehen muss.
  • Sie lernen, wie man immer und überall nach Antworten suchen kann/muss.
  • Sie lernen nichts als heilig und alles als heilig zu betrachten.
  • Sie lernen, wie man vom Ufer abstößt um in die Mitte des Flusses zu gelangen.

Die Geschichte des Menschengeschlechts aus einer kosmischen Perspektive

Nietzsche betrachtet die Geschichte des Menschengeschlechts aus einer kosmischen Perspektive: „In irgendeinem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem kluge Tiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmütigste und verlogenste Minute der »Weltgeschichte«: aber doch nur eine Minute. Nach wenigen Atemzügen der Natur erstarrte das Gestirn, und die klugen Tiere mussten sterben.“
Wie man weiß ist dies das Schicksal der Erde und damit der Menschheit.

Nietzsche meint, dass mit einer solchen Fabelgeschichte immer noch nicht genügend verdeutlicht werden könnte, wie kläglich, schattenhaft und flüchtig, zwecklos und beliebig die Menschheit im Vergleich zur Natur ist.
Beindruckend daran ist vor allem, dass diese Perspektive bereits ein Jahrhundert vor dem Zeitalter der Weltraumfahrt eingenommen wurde.

Das Gestirn ist ein winzig kleiner Planet wie es ihn wahrscheinlich millionenfach geben wird, dem eine begrenzte Lebensdauer zugeschrieben wird. Wir können heute ziemlich genau vorausberechnen, wann unsere Sonne explodieren und die Erde verglühen wird.
Innerhalb der Milliarden Jahre, in denen es die Erde schon gibt, existieren wir als homo sapiens sapiens knapp vierzigtausend Jahre. Andere Menschenarten die ausgestorben sind oder von uns vernichtet wurden, gab es vielleicht hunderttausend oder eine Million Jahre, aber dies sind winzige Zeiträume gemessen an kosmischen Ereignissen. Wir wissen es wird uns nicht ewig geben. Wahrscheinlich werden wir schon lange bevor die Erde ihren natürlichen Tod stirbt, uns selbst von diesem Planeten beseitigt haben. Wir tun ja alles dafür.

Es wird nicht einmal diese eine Minute gewesen sein.

Soziale Technologien sind nicht uneingeschränkt „gut“

Nageln wir gleich einmal die These an die Wand: Soziale Technologien sind nicht uneingeschränkt „gut“. Social Media ist wichtig und ich bin überzeugt, dass soziale Medien und die damit verbundenen Technologien in der ganzen Welt gute Veränderungen bewirkt haben und auch die Zukunft weiter positiv mitgestalten werden.

Die große Lüge der sozialen Technologie ist aber, dass sie die Macht hätten uns in einheitlicher Opposition zu verbinden. Das ist einfach Falsch. Ein Status-Update kann keine Massen in Bewegung setzen.
Social Media schafft es die Barrieren zwischen Menschen nieder zu reißen und die Lüge zu entlarven dass jeder besser ist als der andere. Es zeigt uns, dass Menschen Menschen sind, unabhängig ihrer Herkunft. Genau dies ist es, was Diktatoren und andere Machthaber fürchten.

China hat keine Angst vor Twitter, weil es Millionen mobilisieren kann. Diese Art Macht besitzt Twitter nicht. Ein Retweet ist keine Kugel in der Kanone des Antifaschismus. Chinas Regierung hat Angst vor Twitter, weil darüber nicht ihre Version der Wahrheit kommuniziert wird. Es ist unmöglich die Kontrolle über vorherrschende Philosophien aufrecht zu erhalten. Am einfachen Beispiel von Twitter zeigt sich bereits, dass sich die Lüge der Theokraten, dass die westliche Zivilisation dekadent und verkommen ist, nicht durchhalten lässt. Die Status-Updates der durchschnittlichen Musikliebhaber im Iran entsprechen jenen aus westlichen Ländern. Diese Nivellierung von Differenzen ist gefährlich für diejenigen die sie gerne geheim halten würden, um die Vorstellung zu erhalten, dass grundlegende Unterschiede vorherrschen welche es nie erlauben werden uns auf gleicher Augenhöhe gegenüber zu stehen.

Der wahre Wert von sozialen Technologien ist es, uns einander so sehen zu lassen, wie wir sind! Social Media ist nicht uneingeschränkt „gut“. Es hilft uns nicht wirklich. In vielen Fällen sind die Technologien ein Hindernis und eine grausame Ablenkung. Aber es gibt sie, wie alle anderen Medien auch. Sie ermöglichen uns Wünsche, Erfolge und die Geschichten des täglichen Lebens in einer beispiellosen Weise zum Ausdruck zu bringen. Die sozialen Technologien führen uns aber vor allem vor Augen wie ähnlich wir uns eigentlich sind.

 

Facebook unser im Netz!
Gelikt werde dein Name.
Dein Reich ist schon da.
Dein Wille geschehe,
wie im Netz, so auch offline.
Unsere tägliche Timeline
gib uns heute.
Und vergib uns unsere
Kommentare,
wie auch wir vergeben
den von uns Geblockten.
Und führe uns nicht in
die Sperrung,
sondern erlöse uns von
den Datenschützern.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Zuckerberg. Amen.

Ende des Universalrechners

Das Ende des Universalrechners wirft seine Schatten voraus. Durch zunehmenden Druck kommt es zu Veränderungen. Die Welt in der wir heute leben wird von Computern bestimmt. Selbst die einfachsten Gerätschaften sind meist schon Universalrechner mit spezieller Software. Die Folgeerscheinungen der weiteren Entwicklung unserer computerisierten Welt sind noch völlig unklar. Immer deutlicher wird hingegen, dass Restriktionen nicht zum gewünschten Ziel führen.
An einem Beispiel wird die grundsätzliche Veränderung besser deutlich: Die Verordnungen bezüglich Rundfunkgeräten basieren auf der Idee, dass die Eigenschaften eines Gerätes zum Zeitpunkt der Herstellung festgelegt werden und danach nicht mehr verändert werden können. Es ist nicht möglich im Babyfon einen Schalter umzulegen um andere Signale einzufangen. Für leistungsfähige softwaregestützte Signalempfänger genügt das Einspielen einer Erweiterung um den Funkverkehr von Notdiensten oder Fluglotsen mithören zu können.
Als Konsequenz darauf ergibt sich die Frage ob Computer versiegelt werden sollten um nur von einer zentralen Behörde erlaubte Programme ausführen zu können.

Die Zukunft lässt sich durch den Nebel der Unsicherheit bereits erahnen. Die 3D-Druck-Technologie wird Anlass für viele kleine und größere Beschwerden sein. Richterinnen und Richter werden sich mit vielfältigen Fällen beschäftigen müssen. Viele Möglichkeiten des 3D-Drucks können wir uns heute noch nicht einmal vorstellen.
Es braucht keinen Science-Fiction-Schriftsteller um zu verstehen warum Regulierungsbehörden zunehmend nervös werden. Durch den Benutzer veränderbare Firmware in selbstfahrenden Autos oder das Potenzial von DNA-Sequenzern – die Perspektiven sind beunruhigend. Stell dir vor, was passieren wird wenn Monsanto eines Tages beschließt, dass es wirklich wichtig ist sicherzustellen, dass Computer nicht Programme ausführen können die spezialisierte Peripherie dazu bringt benutzerdefinierte Organismen zu produzieren die dein Mittagessen verzehren. Ende des Universalrechners weiterlesen

„Weißt du, ehrlich gesagt, kauf‘ dir einfach ein iPhone.“

Weil es mir über die Festtage nun nicht nur einmal passiert ist, möchte ich auch hier davon berichten:

Aus heiterem Himmel kommt plötzlich die Frage, welche sofort zu innerer Anspannung führt: „Also, welches Smartphone sollte ich kaufen?“ Und obwohl man damit hätte rechnen müssen, scheut man sich vor einer Antwort.

Wenn man in der eigenen Familie und/oder im Bekannten- und Freideskreis als der Technologie-Typ (Neusprech: tech-geek) gilt, kann man sich der üblichen Nachfragen nur schwer erwehren. Durch die Entwicklung hat sich das Ziel der Fragestellungen deutlich von Computer-Themen zum Smartphone verschoben. In ganz gewöhnlichen, nicht Technik-bezogenen Gesprächen, kommt ganz plötzlich – als Überraschungsangriff sozusagen – die gefürchtete Frage.

Und so harmlos es auch scheinen mag. Es ist fast unmöglich diese Frage zu beantworten. „Weißt du, ehrlich gesagt, kauf‘ dir einfach ein iPhone.“ weiterlesen

Turing Test: chatbot vs. chatbot

The classical test for computer intelligence is the Turing Test. This test was introduced by the mathematician and computer pioneer Alan Turing in 1950. In his paper „Computing Machinery and Intelligence“, he suggested a method for testing the intelligence of machines.

In this test, a human is having a conversation with a computer program via a keyboard and a monitor without intervisibility. If the human cannot distinguish whether a human or a computer program is at the other end, then the program may be seen as intelligent.

To pass this test, the difficulty lies mainly in speech recognition. There are some very good algorithms for speech recognition, when it comes to recognize the words from the acoustic signal. There are also quite useful algorithms to assign these sequences a corresponding grammatical structure. But to deduce the logical representation of meaning from these structures, that is something that is still very difficult.

 

Another development was to extend the man-machine communication to natural language. Computers should be able to understand not only what a person says, but also respond intelligently and aural.

An early, and still highly valued, representative of this category was ELIZA. Since then the field has changed considerably. There are a number of automatic agents and the clear separation between responses of men and machines is becoming increasingly difficult.

 

Apple’s Siri and Google’s Voice Actions is the recent step in this process.
Computers are smart for sure but are they intelligent?

Bildung als Ware

Es gilt es heute als weitgehend anerkannt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Volkswirtschaft sich im internationalen Konkurrenzkampf zu behaupten, auch in starkem Zusammenhang mit dem Bildungsstand der Bevölkerung steht. Daher wird dem Qualifikationsprofil der Erwerbstätigen immer größere Bedeutung zugesprochen. Um dieses „Humankapital“ bestmöglich nutzen zu können wird auch bereits das Bildungssystem in den Dienst der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft oder verbesserter Einkommenschancen jedes einzelnen gestellt. Dabei geht es primär um die Frage, wie die vorhandenen Bildungsstrukturen den ökonomischen Ertrag erhöhen (können).

Zunehmend wird offensichtlich, dass das Bildungssystem kaum imstande ist, den hohen Erwartungen (optimale Wettbewerbschancen für den international wirtschaftlichen Konkurrenzkampf, Verdrängungswettbewerb am Arbeitsplatz, …) ausreichend nachzukommen. Zum einen verlautbart „die Wirtschaft“ ihren Unmut darüber, dass nicht genügend schnell und nicht in gewünschter Art und Weise auf ihre Bedürfnisse (Anzahl und Qualifikationsprofil der Absolventen) reagiert wird. Zum anderen wird bemängelt, dass kaum auf Spezialbedürfnisse (Stichwort: Hochbegabtenförderung) Rücksicht genommen wird. Beide Punkte hängen stark mit den zentralistischen Steuerungsmechanismen zusammen. Da die Entscheidungsfindungen im österreichischen Bildungssystem umständliche Prozesse sind, in welche auch noch etliche gesellschaftliche Gruppen ihre (konträren) Interessen einbringen, sind tiefgreifende Veränderungen äußerst schwer zu realisieren.

Die in den Debatten um das Bildungssystem selten bis nie beachteten Lehrerinnen und Lehrer stehen mit ihrer Arbeit im Spannungsfeld zwischen demokratisch-idealistischen Ansprüchen und der Realität. Unter den Lehrkräften macht sich zunehmend das Gefühl breit ein ohnmächtiges Anhängsel eines sehr undurchschaubaren Apparates zu sein, von welchem persönliches Engagement oder Leistungsbereitschaft nur selten wahrgenommen und schon gar nicht honoriert wird.
Aus all diesen Gründen ist die Frage nach dem Wert von Bildung so virulent wie wohl noch zu keiner Zeit zuvor in der menschlichen Kultur. Bildung als Ware weiterlesen

Verhaltensweise wissenschaftlicher Verlage

In den letzten Jahren hat sich eine deutliche Veränderung im Verlagswesen abgezeichnet. Mit der Verbreitung des Internet wurden auch die Distributionsmöglichkeiten vielfältiger. Die Verteilung von Inhalten wurde Demokratisiert.
Interessanter Weise gibt es aber einen Bereich in welchem anscheinend unangefochten die traditionelle Vorgangsweise von den Verlagen beibehalten werden kann. Dies betrifft die Veröffentlichung von wissenschaftlichen Werken bzw. Journalen.
Warum ist dieser Bereich in der Lage, den Veränderungen, welche im Rest der Branche große Umgestaltungen bewirken, zu widerstehen? Verhaltensweise wissenschaftlicher Verlage weiterlesen