Ich bin ein Nerd

Ich bin ein Nerd. Aber kein schicker Hipster, mehr ein Vieldenker. Voll Hirngespinster. Ich surf auf keiner Modeklischee-Welle, weil ich surf im Internet. Ich benutze mein Smartphone um Bücher zu lesen und Texte zu schreiben, nicht um Fotos zu schießen und mich bei facebook zu zeigen. Manchmal hab ich das Gefühl ich bin Anders und allein.

Ich bin der Meister der Streiche, wenn’s um Selbstbetrug geht. Lass‘ mich begeistern für Leichtsinn, wenn ein anderer ihn lebt. Ich denke zu viel nach. Ich warte zu viel ab. Mein Adrenalin, das spar‘ ich immer, falls ich’s nochmal brauch‘. Ich nehm‘ mir zu viel vor und ich mach‘ davon zu wenig. Ich halt‘ mich zu oft zurück, ich zweifel alles an, ich wäre gerne klug – allein das ist ziemlich dämlich.

Noch bin ich jung und habe noch viel Zeit. Warum sollte ich was riskieren? Ich will doch keine Fehler machen. Ich will auch nichts verlieren und mir bleibt so viel zu tun. Wenn ich dann alt bin und meine Tage knapp – und das wird sowieso passieren – dann erst werde ich kapieren, ich hatte nie was zu verlieren. Denn das Leben, das ich führen will – das kann ich selber wählen. Also glaub ich an mich selbst. Is‘ mir egal, ob das verrückt ist. Wer immer ich auch bin, lasst mich mal werden, wer ich sein will. Ich hab‘ schon viel zu lang gewartet.

Es geht doch um den Inhalt viel mehr als um die Form. Vor allem geht’s um Was mehr als um das Wie. Es geht doch nicht darum was wir haben, sondern um das was wir daraus machen. Es geht nicht darum ob ich ein Nerd bin oder vielleicht leise. Es geht darum das ich ich bin. Egal auf welche Weise. Und vielleicht geht es nicht um Happy End, sondern einmal nur um die Geschichte. Vielleicht geht’s nicht darum die ganze Welt zu erfassen und alles zu verstehen. Vielleicht geht’s darum gerne zu leben. Denn es geht um den Inhalt viel mehr als um die Form.

Lasst mich möglichst viele Fehler machen und möglichst viel aus ihnen lernen. Lasst mich jetzt schon Gutes säen, damit ich später Gutes ernte. Lasst mich das alles tun, weil ich’s kann und nicht muss. Meine Zeit, die geht vorbei – das wird sowieso passieren. Und bis dahin bin ich frei und es gibt nichts zu verlieren. Denn das Leben, das ich führen will, das kann ich selbst wählen.

Also, los! Schreiben wir Geschichten, die wir später gern‘ erzählen. Denn eines Tages werden wir alt sein und an all die Geschichten denken, die für immer unsere sind.

Netzneutralität

Wie steht es um die Netzneutralität?

Ein bestimmter Vorstoß verschiedenster Telekommunikationsanbieter wurde von vielen Seiten mit großer Sorge beobachtet, denn die Unternehmen haben vor eine künstliche Verknappung einer zentralen Infrastruktur des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens herbei zu führen. Diese Verknappung, in Form der angekündigten Volumensbegrenzung ist weder technisch noch wirtschaftlich notwendig. Wenn fehlende Kapazitäten solche Maßnahmen bedingen, stellt das den eigentlichen Skandal dar. Der Verbrauch von Bandbreite ist zwar in den letzten Jahren exponentiell gewachsen, stellt allerdings nichts dar, womit ein internationaler Konzern, nicht rechnen, beziehungsweise sich darauf vorbereiten hätte können.

Der immer weiter steigende Bandbreiten- und Volumenbedarf wird von einem tiefgreifenden Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft angetrieben. Dieser Nachfrage nach zunehmender Vernetzung mit einer Verknappung des Netzzuganges zu begegnen macht marktwirtschaftlich keinen Sinn und ist volkswirtschaftlich gefährlich.
Ein Volumen-Limit wird die Entwicklung gewisser datenintensiver Internetdienste abbremsen bzw. einen rückläufigen Trend entwickeln. Datensicherung in der Cloud, Musik- und Film-Streamingdienste, Teleworking und eLearning können mit Verträgen inklusive Bandbreitenlimitierungen nicht mehr sinnvoll oder nur noch in niederer Qualität genutzt werden.

Werden eigene Angebote (wie angekündigt) bevorzugt, kommt dies der Abschaffung der Netzneutralität gleich, da ein doppelter Markt eingeführt wird. Neutrales Internet wird nur noch in Kontingenten verkauft und alle darüber hinaus gehenden Dienste werden auf einem eigenen Markt gehandelt. Dort ist dann nicht mehr der Kunde, sondern der Netzbetreiber Akteur. Die daraus resultierende Ungleichbehandlung von Datenströmen durch den Provider ist der Grund wieso Chile, die Niederlande oder Slowenien bereits Gesetze zum Schutz der Netzneutralität erlassen haben. Provider gefährden durch Eingriffe in die Neutralität der Netzinfrastruktur sowohl den Markt als auch die Meinungsfreiheit in ihren Netzen, was im Falle von großen Anbietern wie eben der Deutschen Telekom diese Frage letztendlich zu einer politischen anstelle einer rein wirtschaftlichen Entscheidung macht.

Was das Internet aber zu einem so guten Katalysator für Innovation und Vielfalt macht, ist genau diese Netzneutralität. Neue Ideen sind schnell umgesetzt, die Markteintrittshürde ist gering, etablierte Angebote und Newcomer stehen gleichberechtigt nebeneinander und Kunden haben absolute Wahlfreiheit. Diese Charakteristik begründet sich in der Neutralität der Infrastruktur: Welche Kommunikation stattfindet, wird ausschließlich an den Endpunkten des Netzwerks – beim Kunden einerseits und beim Anbieter andererseits – entschieden, das Netzwerk selbst trifft hingegen keine Unterscheidungen über die Priorität, Qualität oder Legalität eines Datenpaketes.

Einmal mehr wäre Transparenz eine Option, welche Klarheit in diese Belange bringen könnte. Die Verpflichtung für Netzbetreiber, die Kapazitäten ihrer Infrastruktur offen zu legen, würde besonders in Österreich mit seiner hohen staatlichen Förderung von Infrastrukturinvestionen auch im Sinne der Transparenz staatlichen Handelns eine sinnvolle Maßnahme darstellen.

 

academic publishing – Wissen veröffentlichen

academic publishing: Auf welche Weise veröffentlichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Erkenntnisse?
Gilt die Unterdrückung der öffentlichen Meinung als größte Hürde der Wissensgesellschaft. Gibt es eine Steuer auf Bildung? Eine Unterdrückung der öffentlichen Meinung?

Ich habe bereits einen Eintrag zur Verhaltensweise wissenschaftlicher Verlage verfasst. Da mich das Thema weiter beschäftigt hat, gehe ich noch einmal darauf ein.

 

Oft wird behauptet, dass Menschen ermutigt werden sollten, in einem Naheverhältnis zu akademischen Einrichtungen sowie generell zur Wissenschaft zu stehen. Dies sei nicht nur wichtig um zu verstehen, sondern auch um mitsprechen und entscheiden zu können. Demokratische Entscheidungen sollen sich dabei auf möglichst aktuelles Wissen stützen können.
Diese Diskussion ist irrelevant, so lange Verlage das benötigte Wissen hinter geschlossenen Türen hüten und hohe Zugangshürden errichten.

Teilweise sind wir es bereits gewohnt kleine Beiträge (von etwa einem Euro) zu bezahlen um Zugang zu Online-Archiven zu erhalten. Damit erkaufen wir uns die Möglichkeit so viele Texte zu lesen oder herunterzuladen wie wir wollen. Deutlich anders sieht es bei den wissenschaftlichen Verlagen aus. Wer sich schockieren lassen möchte kann selbst bei den drei Größten – Elsevier, Springer und Wiley – vorbeischauen um herauszufinden, wie viel man dort jeweils für nur einen einzigen Artikel zu zahlen hat. Will man mehrere Beiträge lesen, wird man für jeden einzeln zu Kasse gebeten.
Es könnte eine Lösung sein in die Bibliothek zu gehen (sofern in der eigenen Gemeinde überhaupt noch eine existiert). Aber die Summen die für jährliche Abonnements verlangt werden sind noch atemberaubender. Obwohl öffentliche Büchereien versuchen möglichst wenige Abos einzugehen, machen diese immer noch den Großteil ihres Budgets aus. Als Folge daraus, muss die Anzahl der Neuanschaffungen reduziert werden.

Die Krux der Geschichte ist, dass den wissenschaftlichen Verlagen die Artikel, das Peer-Review (Prüfung durch andere Forscher) und sogar ein Gutteil der Redaktion kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Das Material welches sie veröffentlichen wurde von staatlicher Seite veranlasst und finanziert. Aber um die Ergebnisse sehen zu können, müssen wir (wieder) dafür zahlen?
Universitäten sind darauf angewiesen Zugänge zu erwerben. Neue wissenschaftliche Arbeiten müssen von Forscherinnen und Forschern gelesen werden, um in ihrem Gebieten auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. Zu einer aktiven Unterstützung der Verbreitung von Forschungsergebnissen durch die großen Verlage kommt es nicht. Durch lange Durchlaufzeiten treten nicht selten Verzögerungen um bis zu einem Jahr auf.

Dies ist ein Fall von Rentenkapitalismus: Eine öffentliche Ressource wird monopolisiert nur um exorbitante Gebühren für die Benutzung zu verlangen. Ein anderer passender Begriff wäre wirtschaftlicher Parasitismus: Um Zugang zum Wissen zu bekommen, für welches wir bereits Abgaben geleistet haben, müssen wir erneut Abgaben an Zugangswächter entrichten.
Für mich ist das eine Steuer auf Bildung. Eine Unterdrückung der öffentlichen Meinung. Hier wird aus meiner Sicht gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (Artikel 27, 1) verstoßen.
Müsste ich einen Tipp abgeben, wer die (ruchlosesten) skrupellosesten Kapitalisten in der westlichen Welt sind, würde ich nicht auf amerikanische Größen wie WalMart oder Rupert Murdoch tippen. Nicht einmal die großen Ölkonzerne oder Banken würde ich in Betracht ziehen.
Ich setze auf die wissenschaftlichen Verlage!

 

Die Gelegenheit ist günstig
academic publishing – Wissen veröffentlichen

Es ist schon still am Institut – Forschers Weihnacht

Forschers Weihnacht – Ein besinnliches Weihnachtsgedicht aus den stillen Weiten des Institus:

 

Es ist schon still am Institut,
sogar das Telefon jetzt ruht.
In sanftem Licht bei schwachem Scheine
stehen die Terminals alleine.

Schneeflocken fallen leis‘ und sacht‘,
weil das der Bildschirmschoner macht,
ganz lautlos über’n Monitor.
Kein Druckerschnarren dringt an’s Ohr,
nur die Standby-Diode brennt und flackert leicht.
Welch‘ angenehme Weihnachtszeit. Es ist schon still am Institut – Forschers Weihnacht weiterlesen

Stärker vernetzt aber noch mehr allein

Stärker vernetzt aber noch mehr allein? Wir sind erfreut über Nachrichten die uns unterstützen. Diese Kurznachrichten sind wie Umarmungen. Ein zentrales Paradoxon. Wir sind erfreut über SMS-Nachrichten die uns voneinander entfernen.

In den aufregenden Tagen als das Internet jünger und langsamer war, experimentierten wir mit Chaträumen und virtuellen Onlinegemeinschaften. Wir erforschten unterschiedliche Seiten von uns selbst. Und dann trennten wir die Verbindung. Begeisternd war vor allem die Vorstellung, dass wir das, was wir in der virtuellen Welt über uns und unsere Identität gelernt hatten, nutzen konnten, um ein besseres Leben in der realen Welt zu leben.

Heutzutage sind wir immer online, wir schlafen mit unserem Smartphone, die Vorstellung einer Trennung vom Internet ist surreal und angsteinflößend. Was ist passiert? Ich bin immer noch begeistert von Technologie, aber ich glaube, dass wir uns von ihr an Orte führen lassen, wo wir nicht hinwollen.
Unsere kleinen Helfer, diese kleinen Dinger in unseren Taschen, sind so mächtig, dass sie nicht nur verändern, was wir tun, sondern sie verändern auch, wer wir sind. Einiges davon, was wir heute mit unseren Geräten tun, sind Sachen, die wir noch vor ein paar Jahren seltsam gefunden hätten oder gar störend:
Leute senden SMS oder E-Mails während Vorstandssitzungen. Sie schreiben SMS und besuchen Facebook während der Schulstunde, während Vorträgen, eigentlich während aller Besprechungen. Ich höre von neuen Fertigkeiten, Augenkontakt herzustellen, während dem schreiben einer SMS. Eltern schreiben SMS und E-Mails beim Frühstück und Abendessen um sich bei ihren Kindern zu beschweren, dass sie nicht die volle Aufmerksamkeit bekommen. Wir sind zusammen, während wir nicht zusammen sind. Wir entfernen uns von unseren Gefühlen und tauchen ab in unsere Mobiltelefone. Stärker vernetzt aber noch mehr allein weiterlesen

Grundlegende Veränderungen durch technologische Entwicklung

Seit Bekanntwerden der Überwachungsaffäre rund um PRISM sind Medien und Laien an Technologien interessiert, die bisher nur für einen kleinen Kreis von technikaffinen Menschen von Bedeutung waren.
Die Auskenner, die Ewigmorgigen, die Avantgarde der Hightech-Spießer haben eine ganz andere Sicht auf technologische Entwicklungen als der Durchschnittsbürger.

Als in den Fünfzigerjahren Bildschirme für Computer eingeführt wurden, wiesen sie diese Zumutung von sich. Was sollte man von Menschen halten, die keine Ahnung vom Lochkartenstanzen haben? Als in den Siebzigerjahren das Betriebssystem Unix seinen Siegeszug durch die akademisch-digitale Welt antrat, entstand eine neue Art von Gurutum. Unix war komplex und mächtig, und unter anderem unerlässlich, um ein Netzwerkprotokoll namens „Internet“ zu bedienen. Zugleich gab es eine neue Art von blutigen Anfängern, die ihre Spielzeugcomputer („PC“, “MacIntosh“) mit fahrbaren Hilfetasten für Idioten („Maus“) bedienten.
1993 dann der Schock: Marc Andressen programmierte den ersten visuellen Browser für’s Internet, den sogar ältere Damen mit Hut nach zehn Minuten bedienen konnten – ohne jemals etwas von Unix gehört haben zu müssen. Dies war eine schwere narzisstische Kränkung. Die Welt war danach eine Andere.

Es ist kein Verdienst, schon ganz früh dabei gewesen zu sein. Auch wenn das für viele Neuland sein dürfte: Niemandem nützt es heute noch etwas, wenn er erfährt, wie man eine virtuelle Lochkartenstanze in einem IBM-Mainframe bedient oder wie man auf einem C64 ein Maschinenspracheprogramm startet. Als historisches Wissen fördert es das Verständnis und sollte deshalb einen angemessenen Stellenwert haben. Aber das Wissen über die sich entwickelnde digitale Welt wird immer schneller historisch.
Technologische Entwicklungen erfolgen so schnell und verändern die Natur unserer Gesellschaft so grundlegend, dass wir Gefahr laufen, über unser eigenes Schicksal nicht mehr selbst bestimmen zu können. Neue Systeme können es Regierungen ermöglichen, große Datenmengen über Privatpersonen zu sammeln und dadurch in letzter Konsequenz die Freiheit des Individuums einschränken.

Wenn wir möchten, dass alle so von Technologie begeistert sind wie die Enthusiasten unter uns, müssen wir dafür sorgen, dass auch alle an dieser interessanten Reise in die Zukunft teilhaben können. Nur gemeinsam können wir kritisch an einer Weiterentwicklung arbeiten. Im Moment gibt es die Lösung noch nicht. Die Entwicklung ist das Wesentliche. Überall auf der Welt versuchen Menschen zu lernen, wie man online miteinander umgehen kann. Wie man im Internet leben kann. Wir sollten alle einladen nicht nur die öffentlich gewordenen Überwachungssysteme kritisch zu hinterfragen, sondern auch aktiv an möglichen Zukunftsszenarien zu arbeiten.

Von legitimer Beweisfindung zu blindem Verfolgungswahn

Der Weg von legitimer Beweisfindung bis zu blindem Verfolgungswahn ist kürzer als man denkt.
Sind wir so furchtsam geworden? Sind wir so feige, dass wir jeden überwachen müssen um unser subjektives Sicherheitsgefühl aufzubessern? Es dauert nie lang, bis irgendjemand Zensur erkennt. Aber wer das Wort ausspricht, wirkt schnell hysterisch.

Wir glauben so fortschrittlich zu sein. Folterung von Ketzern und Hexenverbrennungen halten wir für Geschichte. Bevor man sich versieht, droht plötzlich alles wieder von vorne anzufangen.
Wenn der erste Aufdecker zensiert, die erste Meinung verboten, die erste Freiheit verweigert wird, sind wir alle unwiderruflich gefesselt. Wenn Grundfreiheiten irgendeines Menschen zum ersten Mal beschnitten werden, ist das ein Schaden für alle.

Es wird immer jemand da sein um im Namen der Rechtschaffenheit Furcht zu verbreiten. Wachsamkeit ist der Preis den wir kontinuierlich zahlen müssen. Unklare Regeln schaffen eine Kultur der Unsicherheit. Als Konsequenz wird jeder vor allem zur Selbstzensur ermutigt.
Der sich schleichend verbreitende Flurschaden ist noch nicht abzusehen. Aber die drohende Verflachung liegt auf der Hand.

Kette schmieden
Mit dem ersten Glied ist die Kette geschmiedet

Neustart des Gehirns

Es gibt Tage an denen man scheinbar nichts getan hat, sich aber trotzdem ausgelaugt fühlt.
Im Durchschnitt wechseln wir zwischen 25 Browser-Tabs pro Stunde. Leicht nachvollziehbar ist es, dass unser Gehirn den Wechsel nicht so schnell bewerkstelligen kann, da es noch mit den Inhalten des zuletzt betrachteten Browser-Tabs beschäftigt ist. Daher fühlt man sich beim Anblick einer Pinnwand an Informationen schnell erschöpft. Es sieht nicht danach aus als würde uns dies viel Kraft kosten, aber so ist es. Die Anfälligkeit für Fehler steigt und man kann nicht mehr klar denken.

Die Lösung ist eigentlich gar nicht so schwer – von allem und jedem Abstand gewinnen um für ein paar Minuten nichts zu tun. Genau darum geht es – nichts tun. Kein Smartphone, keine Ablenkung durch Inhalte aus dem Browser, nicht einmal ein kurzes Spiel für Zwischendurch – selbst die kleinen Dinge können eine unnötige Belastung für das Gehirn darstellen. Ein kompletter Neustart des Gehirns lässt uns wieder klar denken und fokussiert arbeiten.

Eine Pause muss sein – am besten an einem ruhigen Ort. Es geht nicht darum irgendeine Mediationsposition einzunehmen, sondern um die Unterbrechung des konstanten Flusses an Informationen der alltäglich auf uns einströmt. Es hört sich trivial an, ist aber oft gar nicht so leicht umzusetzen: „Hinsetzen und an nichts denken“. Stressfördernd ist oft die eigene Vorstellung unproduktiv zu sein. Nach einer kurzen Auszeit ist man oft konzentrierter und produktiver als vor dem Neustart des eigenen Gehirns. Nach nur zehn Minuten lässt sich, durch eine geeignete Pause, das volle Potenzial unseres Gehirns wieder entfalten.

Der Grund ist, dass man nicht 100% geben kann, wenn man nicht 100% der Ressourcen zur Verfügung hat. Ohne ersichtlichen Grund erreicht man irgendwann im Laufe eines Tages den Punkt an dem nichts mehr Sinn macht und einen die Kräfte zu verlassen scheinen. Mit einer Pause für mentales Wiederaufladen lässt sich dieses Tal überwinden und man fühlt sich wieder besser und weitaus produktiver. Man ist wieder in der Lage Zusammenhänge herstellen, das Gesehen und Gelesene besser organisieren zu können und ein allgemein besseren Überblick zu gewinnen.

Wir leben in einer Welt des ständigen Flusses an Informationen die wir kontinuierlich verarbeiten. Dadurch bekommen Pause eine immer größere Relevanz. Gerade die kurzen Unterbrechungen in denen absolut nichts getan oder durchdacht wird, sind der Schlüssel zum Erfolg.

Computer als Arbeitswerkzeug

Im Gegensatz zu mobilen Geräten, beeindruckte der PC für lange Zeit vor allem jene Personen, die den Computer als (Arbeits-)Werkzeug schätzten. Programmiererinnen waren angeregt durch die Möglichkeit, sich tief in die Interna des Maschinen-Codes einzugraben. Sollte es notwendig sein, könnte man sogar seinen eigenen Kernel schreiben. Diese Gruppe von Anwenderinnen lehnt Einschränkungen, wie sie bei neumodischen intelligenten Geräten üblich sind, ab. Die durchschnittliche Nutzerin eines Power-PCs erkennt, dass die vorherrschende Art des Umgangs auf mobilen Geräten zwar gut für Muggels ist, aber für die eigene Arbeitsweise keine Stützräder gebraucht werden.

Es existiert eine Tendenz den Universalrechner als Repräsentant einer Befreiungsbewegung anzuerkennen. Aus einer ganzen Reihe an Gründen, von der Beseitigung größerer Probleme des Urheberrechts bis zur Förderung revolutionärer Gedanken, sollte der PC-Stil erhalten bleiben. Der Webboom beschert uns eine Neuauflage des Großrechner-Terminal-Modells. Es ist keineswegs sicher, dass es gegenüber den dezentralen Ansätzen wie dem Personal Computing wieder die Oberhand erringen wird. Ohne unsere chaotischen Maschinen besteht die Gefahr, dass das Internet ähnlich dümmlich wird, wie Fernsehen.

Der PC wurschtelt sich währenddessen weiter und windet sich einen Weg ins technische Ghetto. Muggels wechseln in Scharen zu App-Plattformen (weil das Leben einfach zu kurz ist), während der PC zunehmend ein Gerät von Entwicklerinnen für Entwicklerinnen wird. Über die Zeit wird sich die Balance zwischen „richten“ Computern und App-Plattformen verschieben. Wofür und von wem wird der PC dann noch verwendet?

Dunkel war’s, der Mond schien helle

Dunkel war’s, der Mond schien helle,
Schneebedeckt die grüne Flur,
Als ein Wagen blitzesschnelle
Langsam um die Ecke fuhr.

Drinnen saßen stehend Leute
Schweigend ins Gespräch vertieft,
Als ein totgeschoss’ner Hase
Auf der Sandbank Schlittschuh lief.

Und der Wagen fuhr im Trabe
Rückwärts einen Berg hinauf.
Droben zog ein alter Rabe
Grade eine Turmuhr auf.

Ringsumher herrscht tiefes Schweigen
Und mit fürchterlichem Krach
Spielen in des Grases Zweigen
Drei Kamele lautlos Schach. Dunkel war’s, der Mond schien helle weiterlesen